Arbeit 4.0 – der Schuh drückt!

Wie ein paar Kinderschuhe, die zu klein geworden sind. Arbeit in Deutschland

Die Technik hat unseren Alltag rasant verändert

Unser Medienkonsum, unsere Produkte – alles wurde durch die Digitalisierung umwälzend verändert. Das 20. Jahrhundert gilt als das Jahrhundert der Individualisierung.

Das Modell der Erwerbstätigkeit stammt aus einer anderen Zeit

Doch wären wir tatsächlich ganzheitlich individualisiert, würden Arbeitnehmer auch entscheiden wo, wann und wie sie arbeiten. Das tun sie in den meisten Fällen aber nicht.  Die Arbeitswelt hält genau so wenig Schritt, wie unser Bildungssystem.

Die Quote der Erwerbstätigen in Deutschland liegt bei 44,48 Millionen.  Der Arbeitsmarkt animiert nicht zur Selbständigkeit.

Ein unübersichtliches Steuersystem mit komplizierten Fristen, der Verdacht der  Scheinselbständigkeit bei nur einem Kunden,  kostenintensive Sozialversicherungen,  eingeschränkte Möglichkeiten, sich individuell gegen Cyber-Attacken zu schützen sowie aufwändiger als auch teurer Schutz von Erfindungen und Marken sind nur einige Punkte von der langen Contra-Liste, die einschüchtert.

Das bremst die Innovationskraft. Viele Ideen und Konzepte bleiben blanke Theorie, weil es an materieller Sicherheit fehlt, diese umzusetzen. So ist ein Kulturwandel in Deutschland kaum zu schaffen.

Vernetzte Freie als mutige Vorreiter einer Gegenbewegung

Auf dem Arbeitsmarkt der Selbstständigen ist in den letzten Jahren „die digitale Boheme“ entstanden. Hier wird vorgelebt, dass Arbeiten heute anders geht: An selbst gewählten Projekten kreativ  arbeiten, eigene Vorstellungen und Ideale einbringen.  In den Co-Working-Spaces arbeiten nicht gesellschaftliche Verlierer, sondern die Wegbereiter der Arbeitswelt 4.0!

Genau wie die erste Boheme im letzten Jahrhundert den Gegentrend zur Bürgerlichkeit lieferte, so liefert die Neuauflage derselben Contra zum veralteten Modell der Erwerbstätigkeit. Hier werden große Ideen und Konzepte geboren!

Individuelle Arbeitsziele und Bindungen sind hier wichtiger als Karrieren mit rein monetären Zielen. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Projekte mit festen Terminen verbinden sich mit flexiblen Arbeitsorten und Arbeitszeiten.

Diese Menschen kümmern sich um Content, Vermarktung und Vertrieb ihrer Produkte. Ihr Arbeitsstil liefert das Potenzial, die gesamte Arbeitswelt zu revolutionieren.

Die neue Boheme Deutschlands ist stark durch das Internet beeinflusst. Sie nimmt neue Innovationen begeistert auf und kennt sich bestens mit dem Internet und digitalen Medien aus. Eine Minderheit, welche die Gesellschaft und Wirtschaft vorantreibt und Innovationskraft und Fortschritt fördert!

Die soziale Organisation der digitalen  Boheme erinnert in ihrer Struktur oft an das Internet selbst. Es gibt keine Hierarchien, sondern Netzwerke und Verlinkungen, in denen jeder Anbieter selbst bestimmt und autonom arbeitet. Diese Leute können mit ihren flexiblen Arbeitsorten an die verschiedensten Stellen der Gesellschaft anknüpfen und dort ihre Arbeit und Produktivität global durchsetzen.

Die Regierung schläft

Auch der größte Freigeist und kreativste Kopf braucht Wohnung und Brot. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre hier von großem Vorteil. 

Doch die Mühlen der Politik mahlen langsam. Probleme werden in naher Zukunft nicht gelöst werden. Mittlerweile gilt Deutschland als das Land, welches die Digitalisierung verschläft. Während in anderen Städten Europas bereits Konzepte wie e-Government getestet werden oder Internetzugang kostenlos für alle Bürger verfügbar ist, hinkt Deutschland in allen Bereichen hinter her.

Die Lösung kommt möglicherweise aus den Reihen der Gegenbewegung selbst

So hat beispielsweise der gemeinnützige „Mein Grundeinkommen e.V.“ bereits 159 Menschen ein Grundeinkommen für ein Jahr mittels Crowdfunding finanziert. Verfolgt man die Diskussion in den sozialen Medien, findet man einiges an Vorschlägen.

Zu wünschen, dass das Eigeninteresse der Arbeitgeber – nämlich, die Transformation in die Arbeitswelt 4.0 zu schaffen, ein Treiber für schnelle und innovative Lösungen sein wird.

Konzepte im Schulterschluss mit der Boheme,  zum Umbau des Arbeitsmarktes; eine tolle Idee!

Denn eines ist sicher – das alte Modell der Arbeit passt bald nicht mehr.

Wie ein paar Kinderschuhe, die man nostalgisch betrachtet und die dennoch zu klein bleiben.

Ein Gedanke zu “Arbeit 4.0 – der Schuh drückt!

  1. Steffen Hannemann schreibt:

    Das tun was uns Spaß macht, unsere besonderen Begabungen fördern und einsetzen. Was würde das prositives für die Gesellschaft bringen, wenn das wirklich alle tun könnten.
    Neues ausprobieren? Den Allermeisten ist ihre Sicherheit und Bequemlichkeit heilig, ein Beamtenverhältnis schützt vor allen Stürmen welche das Leben für uns bereithalten könnte.

    BGE soll faul machen? Wie soll das denn heute noch möglich sein? Mit BGE kann jeder seine Träume/Visionen umsetzen und nur mit Kreativität sind wir in der Lage alle Weltprobleme zu lösen. Wünsche den 5 Sternen in Italien viel Glück bei der Wahl der richtigen Koalitionspartner für die BGE Umsetzung. Die heutige Retro-Welle, mit der Sehnsucht auf die „Gute Alte Zeit“, die niemals gut war, wird mit BGE eine Aufbruchstimmung in Richtung bessere Zukunft für alle.

    Gefällt 1 Person

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