Klein stand er da und blickte mich an – von irgendwoher kannte ich ihn – Aber woher?

Zunächst hielt ich ihn für eine Frau

Sein Ausdruck war voller Anmut und Schönheit. Wie ein Mensch sah er nicht aus. Er hatte mehr als zwei Arme.

Kleiner Mann – große Aufmerksamkeit

Ich hatte ihn schon öfter gesehen – im Yoga Studio, auf einem Poster. Dort habe ich ihn nicht sonderlich beachtet. Nachdem ich ihn in einem indischen Restaurant sah – ganz klein – in einem Regal, rätselte ich. Unbedingt wollte ich mehr über ihn erfahren. Wer ist er? Warum steht er dort?

Von Beruf ist er Tänzer

Seit er auf der Erde lebt, tanzt er einen sogenannten kosmischen Tanz. Es heißt, dies sei der Tanz der Schöpfung, Zerstörung und Wiedererschaffung des Universums. Sein Name ist Nataraja und er ist verheiratet. Gemeinsam mit seiner Frau Parvati zog er vom Himmel auf die Erde, um die Erdbewohner etwas zu lehren.

Auf der Erde angekommen, führte er ein Gefecht

In diversen Kämpfen setzte Nataraja sich mit den Rhisis – wie sich die Bewohner
der Erde damals nannten – auseinander. Unterstützt wurde er von seiner Frau,
der Göttin der Ekstase. Sie – das liegt in ihrer Natur – sorgte für große Begierden
unter den Erdbewohnern. Die Rhisis, die im Gegensatz zu den Menschen die Magie beherrschten, bekämpften ihn.

Am Ende aller Auseinandersetzungen aber erkannten sie seine Größe an und verneigten sich. Er hinterließ ihnen seine Botschaften.

Eine Legende, deren Lektionen heute noch gelten

Die Erdbewohner sollen ihre Begierde und ihre Wut beherrschen. Noch immer sind beide Emotionen Treiber für Gewalt. Nicht selten folgen ihnen Zerstörung und Leid. Diese Empfindungen achtsam zu kontrollieren, scheint fast ein Garant für Frieden.

Weitere Lektionen

Menschen sollen nicht schlecht übereinander sprechen. Wie viel Streit in der Geschichte der Welt hätte es wohl nicht gegeben, hätte man sich daran gehalten?

Die wichtigste Botschaft

In dieser Legende erscheint Unwissenheit und Ignoranz als ein Dämon. Das schlimmste aller Laster sei es, etwas wider besseren Wissens zu tun. Dann, wenn man etwas wissen kann, es aber nicht wissen will – lädt man Schuld auf sich. Man ist diesem Dämon hoffnungslos verfallen.

Heute noch wütet er überall – der Dämon der Ignoranz

Die hinter der Legende stehende Ethik ist aktuell. Beispielsweise ist der Anspruch des achtsamen Umgangs mit sich und anderen in vielen Weltreligionen präsent. Glaubensbekenntnisse sind per se keine Kriegserklärung an anders denkende. Menschen sind es, die Gläubige zum Mittel ihres Krieges machen.

Absurd ist es, dass gläubige Menschen sich dafür missbrauchen lassen – und bereit sind, andere Menschen zu töten.

Einen Kampf zu führen, von dem man wissen kann, dass er Unrecht ist – und es ignoriert. Von seinem Unrecht sogar nichts wissen will! Ja, das ist der böseste Dämon! Jemand, der sein Begehren und seine Wut kontrolliert, nimmt an keinem Krieg teil.

Die kleine Skulptur des Tänzers hat mich gelehrt, wie wahr diese Botschaften noch heute sind.

Bei so viel Weisheit – möglicherweise war er doch eine Frau?

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