Weihnachten in hundert Jahren!

von Petra Höberl

Heute gedenken wir Luise. Wer ist Luise? Sie ist das Mädchen, das Weihnachten abgeschafft hat! Warum das?

Um das zu verstehen, begeben wir uns auf Zeitreise, in das Jahr 2048: Dort, am stillen Weihnachtstag, nimmt diese Geschichte ihren Anfang

Die kleine Luise ist sehr aufgeregt. Denn heute darf sie die jährliche Rede in der Kirche abhalten. “Mama, darf ich nicht lieber das indigofarbene Kleid anziehen? Ich glaube das passt viel besser heute!” Die Mutter lächelt Luise an. “Bist Du sicher? Mir gefällt das grüne Kleid sehr gut. Es passt doch wunderbar zu Weihnachten, findest Du nicht?”

“Bitte, liebe Mama! Das grüne Kleid ist schön, aber ich finde das andere besser!” Inzwischen wusste ihre Mutter gut, dass es sinnlos war, mit Luise zu diskutieren. Schon gar nicht wegen eines Kleides. Ihr Töchterlein wusste sehr genau, was sie wollte – und was nicht. Allzuoft verstand sie erst rückblickend, warum Luise etwas bevorzugte. Anderen Menschen erschien sie häufig rätselhaft.

Sie hatten ihre Tochter bedingungslos gefördert und standen jederzeit hinter ihr. Das würde sich heute wegen eines Kleides sicher nicht ändern! Die Mutter erinnerte sich sehr gut an ihre Kindheit, in der für Selbstbestimmung kein Raum war. Diese Situation wäre ganz anders abgelaufen – darum antwortete sie voller Nachsicht: “Natürlich darfst Du das indigofarbene Kleid anziehen. Hauptsache, Du fühlst dich wohl, liebes.”

Luise liebte ihre Eltern über alles. Sie wusste sehr wohl, dass sie diese immer wieder an ihre Grenzen brachte. Überhaupt schien sie Dinge zu sehen, für die andere Menschen blind zu sein schienen..

Auch deshalb liebte sie ihre Eltern: Diese glaubten und förderten sie – dennoch war ihr ein bisschen unwohl heute. Sie hatte ihren Eltern nicht gesagt, was sie in ihrer heutigen Ansprache in der Kirche verkünden wolle. Wie wird das wohl aufgenommen werden?

Der große Moment

“Liebe Gemeinde! Lieber Herr Pfarrer! Liebe Brüder und Schwestern im Geiste! Weihnachten ist das Fest der Liebe! Die Liebe zu unseren Nächsten und zu uns selbst. Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert. Wir Menschen haben uns verändert!

Die Liebe strahlt immer heller in unseren Herzen, sie hat ein wunderschönes Bild geschaffen! Was Jesus uns lehrte, haben wir endlich verstanden!

Wir haben es nicht nur verstanden, wir haben es verinnerlicht!
Ich danke Dir lieber Jesus, dass Du an uns glaubtest und in uns immer die beste Version unserer selbst gesehen hast. Jesus! Du sagtest, jeder kann sein, wie Du und noch viel mehr. Und jetzt ist es endlich wahr geworden! Gestern Abend bist Du zu mir gekommen –  Das, was Du mir gesagt hast, erschreckte mich zunächst. Doch dann habe ich verstanden. Du sagtest, dass heute das letzte Mal Weihnachten gefeiert wird!

Weihnachten war ein Symbol für die Liebe, die für jeden von uns jederzeit real sein könnte. Nun – endlich – sind wir Menschen soweit! Wir feiern die Liebe ab heute jeden Tag: Immer und jederzeit! Vielleicht kommen neue Feste. Doch Weihnachten findet heute sein Ende. Amen.“

Es herrschte Totenstille in der Kirche

Aber dann brach ein lauter und langer Jubel aus, sowas hatte man noch nie gehört. Die Menschen feierten im Jahr 2048 ihr letztes Mal Weihnachten. Das taten sie mit einer Achtsamkeit, die die Erde vorher nie sah. Die Liebe, die sie an diesem Tag verbreiteten, mehrt und verbreitet sich – bis heute!

Schöne Weihnachten, Ihr lieben Utopie-Liebhaberinnen und Liebhaber! Verbreitet Eure Liebe: Heute – und alle Tage!

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Kommentare

2 comments on “Weihnachten in hundert Jahren!”
    1. Susanne Gold sagt:

      ich habe zu danken <3

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