IOT und DIY: Reparieren oder wegwerfen?

Die Generation unserer Großeltern hat es noch gemacht: Es war einst üblich, etwas zu pflegen und zu reparieren. Hand aufs Herz – wann hast Du das letzte Mal etwas repariert?

Heute werden defekte Gegenstände meistens weggeworfen – warum? Sind wir zu faul? Oder sind die Geräte so gut – gehen nie kaputt? Nein – sie sind nicht besser – aber sie sind komplexer. Warum ist das anders als früher?  Heute kommunizieren Fahrzeuge, Maschinen oder Hausgeräte  untereinander und reagieren aufeinander!

Smart-TVs, Heizungen und Küchengeräte: Willkommen im Zeitalter des IOT!

Internet of things (Internet der Dinge): Im Durchschnitt besitzt ein deutscher Haushalt 10 smarte, sprich mit dem Internet verbundene, Geräte – Tendenz steigend. Grundsätzlich ist das eine bequeme Welt, wenn Dein Kühlschrank sich mit dem Internet verbindet und Deinem Supermarkt meldet, dass Du wieder Butter brauchst.

Doch die Sache hat einen Pferdefuß: Dafür sind Gegenstände heute mit komplexer Technik ausgestattet. Schließlich muss so ein Kühlschrank erst einmal erkennen, was in ihm ist und dann seinen Bedarf über das Internet an den Supermarkt melden können. Dafür braucht es Sensortechnik, Schnittstellen und einiges mehr. Wenn davon etwas kaputt geht, reicht der Werkzeugkasten aus dem Keller meistens nicht – man braucht Spezialwerkzeug! Nicht nur das – man braucht Expertenwissen für die Instandsetzung.

Vertiefte Kenntnisse für eine Reparatur

Es scheint gnadenlos kompliziert! Früher habe ich beispielsweise an meinen alten Opel Kadett City den Keilriemen selbst gewechselt. Heute gleicht ein Auto einer komplizierten Rechenmaschine, die man verstehen und nur mit speziellen Werkzeugen reparieren kann. Das ist nicht nur beim Auto so. Es gibt kaum etwas, was man ohne entsprechende vertiefte Kenntnis selbst wieder Instand setzen kann. Was ist die Konsequenz daraus?

Abhängigkeit!

Wir sind nicht länger Herr über unsere Gebrauchsgegenstände. Sie machen uns ein weiteres Mal – neben unserer Abhängigkeit von Google, Smartphone und so weiter  – abhängig. Nämlich von externen Dienstleistern, die in der Lage sind, unsere Geräte zu reparieren. Allerdings gibt es auch immer wieder Experten, die eine Reparatur nicht so zuverlässig ausführen können, wie wir es uns wünschen.

Anstatt zu reparieren, nehmen wir eine Serviceleistung in Anspruch oder kaufen das Gerät neu.  Unsere Geräte stammen häufig aus den Produktionsstätten der Billiglohnländer. Mit jedem Kauf unterstützen wir die Ausbeutung der Arbeiter dort und eine weitere Verschmutzung unseres Planeten. Viele Menschen wollen nicht länger Teil dieses Systems sein und es scheint sich seit einiger Zeit eine Gegenbewegung zu formieren.

Dabei geben ihnen genau jene technischen Errungenschaften dazu die Möglichkeit an die Hand. Durch das Internet können sie sich zu Repartur- und Tauschbörsen verbinden.

Die Antwort auf IOT:  DIY?

Do it yourself, Tausch, Teilen & Reparatur: – Menschen fangen wieder an, Gemüse anzubauen, Socken zu stopfen, Sofas neu zu beziehen und ihre Staubsauger auseinanderzuschrauben. Es gibt ganze Reparatur, Tausch und Nachhaltigkeitsvereine.

Wir könnten künftig komplexe technischen Errungenschaften mit anderen teilen – wie beispielsweise die selbstfahrende Elektroautos der Stadt von Morgen? Denn brauchen wir denn jeder noch ein eigenes Auto? Nein!

Aber eine eigene Kaffeemaschine! Doch- brauchen wir wirklich eine Kaffeemaschine, die mit dem Internet verbunden ist und Bohnen nachbestellt? Unsere Kaufkraft und unser Handeln bestimmt, wie es weitergeht.

2 Gedanken zu „IOT und DIY: Reparieren oder wegwerfen?

  1. Chalet8 sagt:

    Habe letztens meinen Trockner alleine repariert. Dank YouTube Video Anleitung wusste ich was zu tun ist und habe mir hunderte von Euro für den Technikerdienst gespart. Außerdem ist es ein tolles Gefühl das alleine repariert zu haben 😊
    Nachdenken führt zur Nachhaltigkeit !

    • Susanne Gold sagt:

      Super! Ich bin großer Fan von solchen Maßnahmen! Tausende liebe Grüße und ein schönes Weihnachtsfest! Susanne

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