Utopie und Forschung – Siamesische Zwillinge

Die Utopie von allem

Einstein revolutionierte die gesamte Physik mit der allgemeinen und der speziellen Relativitätstheorie. Forschergeist, wie er war, jagte er einer weiteren Aufgabe nach.

Er wollte die Theorie „von allem“ aufstellen. Als Sozialwissenschaftlerin finde ich die Tatsache, dass jemand eine „Erklärung von allem“ aufstellen wollte, fast noch interessanter, als die „Theorie von allem“ selbst. Wenn man sich den Hype betrachtet, der noch heute um die Person Einsteins gemacht wird, bin ich nicht alleine damit.

Einstein wollte mit der „Theorie von allem“ erklären, wie sich die grundlegenden Kräfte des Universums verbinden. „Alles“ meint dabei, dass die Theorie Schwerkraft, Elektromagnetismus und nukleare Strahlung erklären soll. Alle physikalischen Mechanismen sollten durch sie klar und logisch werden und schlussendlich sollte uns diese geheimnisvolle Theorie dabei helfen, den Ursprung des Universums zu verstehen.

Einstein hat die Theorie von allem nicht gefunden. Seit dem ist sie im Reich der Utopie

Wenn jetzt jemand glaubt, dass die Wissenschaft aufgibt, weil Einstein es nicht geschafft hat, liegt er daneben. Ein Merkmal von Forschern ist es, dass ungelöste Aufgaben sie magisch anziehen. „Unmöglich? Cool, lass uns das nochmal erforschen“, ist das Motto bei eingefleischten Forschern.

„Innovationskraft der Utopie“ – so nenne ich es!

Eine Utopie – bei Einstein die „Theorie von allem“ ist so faszinierend, eben weil sie eine Utopie ist. Forschung wäre nicht Forschung, wenn sie aufhören würde, sich mit ungelösten Aufgaben zu befassen. Wenn Du wissen willst, was Trend in der Forschung ist, dann schau Dir die Utopien, die ungelösten Aufgaben an. Sie sind der Treiber jeder Innovation. Diese Aufgaben rufen dem Wissbegierigen zu: „Schaffst Du es,  mein Geheimnis zu lüften?“

Wo die Utopie, da der Forscher

Generationen von Forscher-Zähnen beißen sich fest an ihnen, an den Utopien. Nehmen wir zum Beispiel die Telekinese – eine andere Utopie, an der sich Forscher über Jahrzehnte fest gebissen  haben.

Übermenschliche Fähigkeiten – eine Utopie mit magischer Anziehungskraft

Die Gedanken anderer Menschen lesen oder Dinge mit Gedanken bewegen? Eine Vorstellung, welche die Phantasie der Menschen schon ewig beflügelt.

Telepathie und Telekinese sind schon seit langem im Blickpunkt der Forschung. Psychologen, Neurologen und Physiker versuchen, das menschliche Gehirn zu ergründen und mit moderner Technik zu verbinden. Erste Studien dazu gab es in der 1882 in London gegründeten Society for Psychical Research.

Die Utopie der Telekinese hat die Forscher nicht los gelassen. Und heute gehört die Telekinese nicht mehr vollständig ins Reich der Fantasie. Mittlerweile werden Gedanken an einen Computer übertragen. Dazu wird ein Chip in das Gehirn implantiert, der bestimmte Kommandos erkennen kann. Die Technik ist so weit fortgeschritten, das ein gelähmter Affe  sich wieder bewegen kann.

Telekinese – eine Utopie, die langsam aber stetig in das Reich der Realität wandert, wie ein erlischender Stern.

 Die Utopie von der „Theorie von allem“

Der kontinuierliche Fortschritt der Quantenphysik bringt eine gewisse Annäherung an die „Theorie von allem“ , die seit Einstein die Forscher verrückt macht.

Mit der Quantenphysik perfektionieren wir Stück für Stück unser Verständnis von der Welt und dem Universum – also „von allem“.

Ein Blick in die Zeit vor der Geburt des Universums

Wir können heute mit Satelliten und Strahlendetektoren hantieren. Und zwar so, dass wir Strahlungen messen können, die nur 300.000 Jahre nach dem Urknall entstanden sind.

Wir sehen beinahe die Geburt unseres Universums

Bald werden wir mit diesen Detektoren sogar in der Lage sein, die Neutrino-Strahlung zu messen. Dabei handelt es sich um Elemente, die so flüchtig sind, dass sie früher für unmöglich gehalten wurden.

Wenn uns gelingt, in die Zeit wenige Sekunden nach dem Urknall zurückschauen. Was wird dort zu sehen sein?

Ich vermute –  etwas Magisches!

 

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