Die Seele des Menschen

Wo ist die Seele eines Menschen bevor er geboren wird und nachdem er gestorben ist?

Seit Anbeginn unserer Zeit beschäftigen sich die Menschen mit der Frage nach dem Wesen und  Beschaffenheit der Seele.

Der griechische Philosoph Platon z.B. war der Auffassung, die Seele sei nur für die Zeit eines Lebens an den menschlichen Körper gebunden. Vorher und nachher sei sie vollkommen frei von irdischen Beschränkungen.

Frei von Raum, Zeit und Schwerkraft – so verstehe ich das.

Ich stelle mir vor, dass ich nach meinen Tod zum gleichen Zeitpunkt an verschiedenen Orten und Zeitpunkten sein kann. In dieser Welt danach gibt es kein groß und klein, kein Ende und keinen Anfang mehr. Meine Phantasie darüber ist vermutlich eine von sehr vielen.

Die sterbliche Seele

Platons Schüler, Aristoteles, sah das anders. Er war überzeugt, dass der Körper mit der Seele untrennbar verbunden sei. Der Tod würde damit nicht nur den Köper, sondern auch die Seele beenden.

Achtsamkeit ist ein großer Begriff unserer Zeit. Wo fühlen wir, zum Beispiel, wenn wir Trauer oder Glück empfinden? Ist dort unsere Seele?

Die Seele wurde in der Geschichte an vielen Orten vermutet: Beispielsweise in Leber und Herz. Forscher können heute immer noch nicht mit Gewissheit sagen, was die Seele ist. Doch man ist sich sicher, dass sie ihren Hauptsitz im Gehirn hat.

In den Neurowissenschaften wird der Begriff der Seele prinzipiell eher vermieden. Dies gilt als unwissenschaftlich und metaphysisch. Stattdessen wird zumeist von der Psyche gesprochen, als eine der zahlreichen Gehirnfunktionen.

In einer Welt, in der der Mensch zunehmend künstlicher Intelligenz gegeübersteht – ist es nicht  Zeit, sich wissenschaftlich mit dem schwierigen Thema des Ortes und Struktur der Seele zu beschäftigen?

Ist sie nicht das Merkmal des Menschen schlechthin in all ihrer Unfassbarkeit, welches uns von unserem technischen Pendant unterscheiden wird?

 

2 Gedanken zu „Die Seele des Menschen

  1. lyriost sagt:

    Wenn man die Seele betrachtet als das, was sie ziemlich wahrscheinlich ist, nämlich ein (durchaus verständliches und nachvollziehbares) Postulat von Philosophen und Theologen, dann erübrigt sich doch die Suche nach Ort und Struktur.

    Nichtmaterielles hat weder Ort noch Struktur, sondern ist Widerschein oder Ausdruck materieller Strukturen, wie das Licht letztlich Ausdruck der Sonne ist oder die Sprachstruktur durch Gehirnvorgänge entstanden. Allerdings kann man sich natürlich die Frage stellen, was die Phänomene Sonne und Gehirn hervorbringt.

    Eine (plausible) Antwort darauf dürfte jedoch schwieriger sein als ein altes neues Postulat mit Namen Weltseele …

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