Alles ist möglich. Auch das Gute! – Wer ist Sabine Barth?

Sabine Barth, Redakteurin und Filmemacherin der Utopiensammlerin, hat Dokumentarfilmregie und Fernsehpublizistik an der Münchner Filmhochschule studiert – nach ihrer Zeit als Au-pair in London, welche ihr schon früh eine internationale Perspektive mitgegeben hat. Aufgewachsen in der DDR, hat sie sich schon immer für das Verstehen unterschiedlicher Kulturen interessiert;  Die Fähigkeit, sich in fremde Milieus und Denkweisen hineinzufühlen, ohne sie zu bewerten, ist bis heute ihr größtes Werkzeug – als Filmemacherin und Journalistin beim Bayerischen Rundfunk, und ab sofort auch als unsere neue Kollegin im Verein: Sabine ist die Dokumentarfilmerin der Utopiensammlerin.

Der Bildausschnitt ist immer eine Bewertung


Schon die Wahl des Bildausschnitts, sagt sie, hat eine Deutung. Objektive Wahrheit gebe es im Fernsehen so wenig wie anderswo – „es gibt die individuelle Wahrheit, und diese individuelle Wahrheit verändert sich mit dem Lauf des Lebens.“ Diese Haltung hat sie sich nicht am Schreibtisch angelesen, sondern in einem Beruf erarbeitet, der sie zwingt, fremde Ausnahmezustände mit Kamera und Mikrofon zu begleiten, ohne die Menschen davor zu Schauspielenden zu machen.

Wie nah diese individuelle Wahrheit an die eigene Verletzlichkeit heranreichen kann, zeigt eine Erinnerung an ihre Dreharbeiten zu einer Dokumentation über Maria Magdalena: Auf dem Weg vom See Genezareth zu einem wichtigen Interview in Rom erlebte sie am Flughafen in Tel Aviv einen Bombenalarm – zum Glück einen Fehlalarm. Doch für einen Moment war da die Angst, das Gelernte und Gefundene vielleicht nie weitergeben zu können. Es ist auch ihr Glaube, sagt sie, der ihr in solchen Momenten Kraft gibt: der Glaube an das Gute und an eine Kraft, die alles Leben durchdringt.

Was zwischen den Zeilen bleibt


Ihre eigene Biografie hat ihr eine seltene Sensibilität für die leisen Zwischentöne mitgegeben – jene Kommunikationsebene, die entsteht, wenn erlebter Alltag und öffentliche Darstellung auseinanderklaffen. In der DDR aufgewachsen zu sein, bedeutete für sie, genau das zu üben: verstehen, was nicht ausgesprochen wird. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch musste sie umgekehrt erst lernen, Klartext zu sprechen. Heute, sagt sie, sei es eher umgekehrt: „Andeutungen werden nicht mehr verstanden — die Welt bietet zu viele Interpretationsmöglichkeiten.“

Krawall statt Nachricht


Dass Medien Informationen zuspitzen müssen, um Relevanz zu zeigen, findet sie nachvollziehbar – und trotzdem oft zu „krawallig“. Es ist eine Beobachtung, die weit über einzelne Sender oder Länder hinausreicht: eine Aufmerksamkeitsökonomie, die davon lebt, dass immer weitergeklickt wird. Diese Mechanik kennt kein Publikum und keine Landesgrenze — sie beschreibt eine mediale Gegenwart, die überall ähnlich funktioniert.

Goldstaub


Zu DDR-Zeiten, erinnert sich Sabine Barth, waren Informationen „Goldstaub“ – heute istWissen über das Leben, die Erde, den Menschen, die Psyche so viel verfügbar wie nie zuvor. Ihre Hoffnung: dass sich immer wieder Menschen finden, die das wertschätzen und zum Positiven einsetzen – für die Gesellschaft, nicht nur für sich selbst. Besonders der jungenGeneration traut sie mehr zu, als ihr oft zugetraut wird: erste Anzeichen sähe sie bereits dafür, dass sie mit Social Media klüger umgeht als vorherige Generationen – Ihre eigene Antwort auf KI, Social Media und permanente Informationsflut: einen guten Kompass bereitstellen, menschliche Werte nicht nur behaupten, sondern selbst vorleben. Regulierungsansätze wie der europäische AI Act zeigen, dass diese Frage längst auch politisch und institutionell verhandelt wird — nicht nur individuell.

Eine Utopie aus drei Worten


Gefragt nach ihrer persönlichen Utopie, antwortet Sabine nicht mit einem Konzept, sondern mit einer Wiederholung: Frieden. Frieden. Frieden. Dazwischen: der Einsatz aller technischen Möglichkeiten zum Wohle aller, eine sinnvolle Ressourcennutzung, eine Umverteilung, die aus Eigentum weniger Menschen wieder Eigentum der Weltfamilie macht. Wie realistisch das ist, hängt für sie an einer einzigen Bedingung: ob Ressourcenverteilung gelingt. Permanenter Kampf um das Nötigste, sagt sie, lässt wenig Raum für Empathie – ein Satz, so nüchtern wie hoffnungsvoll.

Welche Rolle Kunst, Film und Geschichten in dieser Zukunft spielen, beantwortet sie ohne Umschweife: eine mit hoher Wertschätzung. Sie helfen Menschen, sich selbst anders wahrzunehmen, zu lernen, sich zu entspannen – und tragen genau deshalb das Potenzial für Wandel in sich, dass die Utopiensammlerin sammelt: die Verbindung von Kunst, Wissenschaft, Gesellschaft und Zukunft in einem Bild.

Warum sie sich der Utopiensammlerin angeschlossen hat?


Es sind Geschichten über Zusammenhalt und Solidarität, die Sabine gesellschaftlich für besonders wichtig hält — und genau deshalb hat sie sich unserem Verein angeschlossen. Ihre Redaktionsheimat ist bislang vor allem der Bayerische Rundfunk — ein Beispiel dafür, wie und für wen sie arbeitet, nicht die Grenze davon. Als freie Filmemacherin und Journalistin ist sie offen für Themen und Auftraggeber über den Sender hinaus, ob Unternehmen, Organisationen oder andere Sender.

Was Sabine mitbringt


Was sie der Utopiensammlerin mitbringt, ist keine fertige Zukunftsvision, sondern eine geübte Praxis: hinzusehen, ohne zu urteilen, zuzuhören, ohne die eigene Wahrheit zu verstecken, und daran festzuhalten, dass Wandel möglich ist. Als Dokumentarfilmerin und Redakteurin für ihre eigenen Beiträge bringt sie diese Praxis künftig direkt in unsere Inhalte ein – mit einem Satz, der für sie steht wie kein anderer: Alles ist möglich. Auch das Gute.

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