Prolog: Warum es das „Planetarische Manifest“ gibt – und warum nicht? (1/52)

Ilustration von Susanne Gold/ Text von Ted Ganten

Alles begann mit dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren

Die Erde gibt es seit ungefähr 4,5 Milliarden Jahren. Vor 3,5 Milliarden Jahren kam das Leben auf unseren Planeten. Die frühesten Vorfahren des Menschen entwickelten sich vor etwa 7 Millionen Jahren  und der Homo Sapiens, wie er sich gegen all die anderen Menschenrassen durchgesetzt hat, ist immerhin auch schon 200 Tausend Jahre alt. So wie wir Menschen derzeit leben und lieben – und manche sich/uns für göttlich halten – sind wir nur eine Momentaufnahme in der langen Kette der Evolution. Wir entwickeln uns kontinuierlich, wenn auch in sehr kleinen Schritten, weiter in etwas Neues. Hoffentlich.

Und so geht es weiter

Wenn wir die Erde nicht in kleine Stücke sprengen und im Weltall verteilen, wird sich die Evolution trotz des zerstörerischen Gebarens des Homo Sapiens fortsetzen. Eines Tages wahrscheinlich ohne ihn. Schon weil wir selber Umweltbedingungen schaffen, in denen wir nicht mehr leben können. Aber immerhin – der Funke des Lebens wird wahrscheinlich weiter getragen. Das ist tröstlich.

Doch bei allem Trost, der in diesem Gedanken liegt: Das derzeitige Leben kann so viel Spaß machen und ich sehe im Menschen so große Potentiale, dass ich persönlich mich gerne für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Homo Sapiens einsetze. Das muss man nicht so sehen. Ich habe ein gewisses Maß an Verständnis für die Ansicht, dass es dem Planeten ohne uns besser ginge. Immerhin, wer sich meiner Meinung anschließt, wird nicht umhinkommen festzustellen, dass wir etwas anders machen müssen. Es wird sonst höchst unwahrscheinlich, dass es die nächsten 10.000 Jahre mit dem Homo Sapiens und seinen Nachfolgern weitergeht.

Was wir anders machen müssen?

Ich habe die Lösung nicht. Aber ich will dazu beitragen. Mit dem Planetarischen Manifest zeige ich einen Weg auf, der unterstützend eine gute Zukunft ermöglicht. Damit lösen wir nicht alle Themen. Der Charme ist, dass wir mit der Umsetzung des Planetarischen Manifestes morgen anfangen können und damit sehr wahrscheinlich zumindest einige Entwicklungen sinnvoll in die richtige Richtung bewegen. Ich will nicht detailliert darauf eingehen, wo Probleme und Herausforderungen liegen, denen wir uns stellen müssen. Mit Katastrophen, Drama und Leid werden jeden Tag über alle Medienkanäle versorgt.

Vielmehr ist mein Ansatz lösungsorientiert. Allerdings kommt ich nicht umhin, gemeinsame Grundannahmen darzustellen, wie sich die Dinge mittelfristig entwickeln. Sie werden ohne detaillierte Diskussion unterstellt. Zeitliche Varianzen von ein paar Jahrzehnten oder prozentuale Abweichungen bei den einzelnen Kausalketten und Zukunftsszenarien sind erstens nicht abschließend zu klären und zweitens nicht wesentlich für die Schlussfolgerungen. Die in diesem Manifest entwickelten Ideen haben nicht einmal andeutungsweise das Potential, alle Probleme der Welt zu lösen. In welchem Maße eine Umsetzung der Ideen und ethischen Grundprinzipien über Bewusstseinsbildung in die Politik und andere Bereiche wirkt, muss die Zeit zeigen. Wie wir alle wissen, kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in China einen Wirbelsturm in den USA auslösen. Wenn dieses Manifest so ein Flügelschlag ist, hoffe ich, dadurch Rückenwind für den Fortbestand des Homo Sapiens und seiner Weiterentwicklungen zu generieren.

Zwei Lesergruppen könnten enttäuscht sein

Zum einen werden diejenigen enttäuscht, die eine wissenschaftliche Abhandlung und eine umfassende Vertiefung der philosophischen Landschaft, Theoreme und Geschichte erwarten. Das sprengt den Rahmen, ist nicht Ziel der Darstellung und kann ich auch nicht. Der Fokus liegt auf einem konstruktiven, pragmatischen Vorschlag zur Adressierung von Herausforderungen. Zum anderen werden jene enttäuscht, die sich vielleicht bereits am Ende des Manifests eine konkrete Mitwirkungsmöglichkeit wünschen oder eine klare Roadmap für die Umsetzung. Auch das ist nicht das Anliegen. Eine Idee will diskutiert sein, bevor sie umgesetzt wird. Sie muss einen Reifegrad erlangen und Resonanz hervorrufen, die einen fruchtbaren Boden legen. Am Ende des Manifestes gibt es einige Überlegungen, wie sich die Ideen in die Realität umsetzen lassen oder ließen. Es gibt aber Tausend Wege. Diese Seiten sind hoffentlich ein Samen. Nicht der Baum und schon gar nicht die Frucht.

Kommentare

4 comments on “Prolog: Warum es das „Planetarische Manifest“ gibt – und warum nicht? (1/52)”
  1. Uli sagt:

    Nach dem kosmologischen Standardmodell ereignete sich der Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. (Wikipedia.org)

    1. gantenwebde sagt:

      Danke Uli, da hatte sich eine alte Version eingeschlichen.

  2. Corinna Heumann sagt:

    Wäre es nicht wunderbar, vielleicht sogar dringend notwendig, wenn sich mehr Menschen mit den Dimensionen unserer menschlichen Existenz auseinandersetzen und der Verantwortung, die damit verbunden ist?

    1. gantenwebde sagt:

      Danke Corinna. Du hast so recht. Es geht nicht darum wer Recht, sondern darum wer willens ist, sich damit auseinanderzusetzen …

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