Wie Frank Fischer durch seine Kunst zu einem tieferen Verständnis unserer Beziehung zur Natur anregt.
Im Herzen Münchens, zwischen dem lebendigen Fluss der Stadtbewohner und den historischen Fassaden, schuf Frank Fischer 2021 ein unerwartetes Kunstwerk. Ein großer Haufen Humus mitten auf dem Odeonsplatz – nicht nur eine Installation, sondern ein Aufruf, die Schönheit und Lebenskraft der Natur bewusst wahrzunehmen. Dieser Moment fasst das Wesen von Franks Werk und seine Botschaft treffend zusammen: eine harmonische Koexistenz zwischen Mensch und Natur.
Vom kindlichen Entdecker zum Künstler und Wahrnehmungscoach
Geboren in München, entdeckte Frank schon früh seine Faszination für ein sinnliches Wahrnehmen der Welt. Geprägt von der Freiheit und dem Raum zur spielerischen Erkundung, die ihm die 1960er Jahre boten, entwickelte er eine tiefe Verbindung zum „Sehen lernen“ und „Sichtbar machen“. Diese frühen Erfahrungen legten den Grundstein für seine spätere Karriere als Künstler und Wahrnehmungscoach. Seit 1981 verbindet Frank in seinen Werken Mensch und Natur, nutzt dabei eine beeindruckende Vielfalt an Medien und schafft so Räume für bewusstes Erleben und Reflexion.
Kunst als Brücke zwischen Mensch und Natur
Sein Anliegen, sich auf die Mensch-Natur-Beziehung zu konzentrieren, wurde durch die Studie „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome verstärkt. Frank sieht in der Kunst ein Mittel, individuelle Verbindungen zur Natur zu fördern und damit einen transformierenden Einfluss auf das persönliche und kollektive Bewusstsein auszuüben. Seine Aktionen, wie die „wERDschätzung“, laden zu einer globalen Beteiligung ein und unterstreichen die Kraft des kollektiven Erlebens.
Die Wahl des Mediums: Eine intuitive Entscheidung
Franks Ansatz bei der Auswahl seiner Medien ist intuitiv, geprägt durch den inhaltlichen Ansatz und die Gegebenheiten des Raumes. Von Malerei und Fotografie über Lichtkunst bis hin zu öffentlichen Aktionen – das Medium dient immer dem Zweck, die zentrale Botschaft seiner Kunst zu kommunizieren. So entstand beispielsweise die Idee, auf dem Münchner Königsplatz „Tetra-Totems“ aus gebrauchten Tetrapacks zu errichten, um auf das Thema Verpackung und Lebensmittelverschwendung, gemeinsam mit den Lebensmittelrettern – Community Kitchen -, aufmerksam zu machen.
Herausforderungen und Erfolge: Die Kraft der Vision
Die Umsetzung seiner visionären Projekte erfordert oft eine enorme Beharrlichkeit und Überwindung bürokratischer Hürden. Doch gerade diese Herausforderungen unterstreichen die Bedeutung und den Einfluss von Franks Arbeit. Die Humus-Aktion auf dem Odeonsplatz, die trotz aller Widrigkeiten realisiert wurde, ist ein eindrückliches Beispiel für die transformative Kraft seiner Kunst.
Ein lebendiges Erbe und die Zukunft der Wahrnehmung
Blickt man auf Franks Karriere, so zeigt sich eine konstante Evolution und Vertiefung seiner Themen rund um Wahrnehmung, Natur und kollektive Verantwortung. Seine Orm-Art, die durch intuitive Zeichen ohne festgelegten Inhalt besticht, lädt zur freien Interpretation ein und symbolisiert das ewige Werden und Vergehen. In diesem Geiste sieht Frank auch seine Zukunftsvision: ein Zeitalter der Transformation, in dem ein bewusstes Miteinander mit der Natur den Weg weist.
Vom Ich zum Wir: Ein Rat an junge Künstler
Frank betont die Bedeutung eines ausgeprägten Wir-Bewusstseins für Künstler:innen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen wollen. Sein Rat: „Arbeite Dich von Ich zum Wir“. Denn in der Kunst liegt das Potenzial, Zukunftsthemen zu erkunden und einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung zu leisten.
Wenn Du selbst als Künstler die Transformation vom Ich zum Wir schaffst, transportiert auch Deine Kunst diese Transformation in die Welt. erklärt Frank
Zurück zum Humushaufen auf dem Odeonsplatz. Dieses Bild – ein Sinnbild für Franks Werk und Philosophie – schließt den Kreis.

Es steht für die Einladung, die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu zu denken und zu gestalten. Frank Fischers Kunstwerke und Aktionen sind nicht nur Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit der Natur, sondern auch ein Aufruf, diese Verbundenheit zu leben und zu pflegen.
